Was die Persönlichkeit deines Kindes mit Lernen zu tun hat. 5 Fragen, die du dir stellen solltest.

Persönlichkeit, Wesensart, Wesensmerkmale. Das sind geflügelte Begriffe, wie wir sie alle schon irgendwann einmal gehört haben. Aber wie können wir sie im „echten Leben“ erkennen?

Du kennst das sicher (alle kennen wir das):

Im Austausch mit anderen Eltern merkst du, dass bei ihnen einiges ganz anders läuft als bei dir daheim. Manchmal bist du froh, dass es bei dir zu Hause ist, wie es ist. Doch manchmal wünschst du dir, dass es auch bei euch so einfach wäre, wie bei den anderen.

Gleichzeitig weißt du, dass jeder Mensch, jede Familie und jedes Kind unterschiedlich sind. Es kann also gar nicht funktionieren, dass wir einfach einen Schalter umlegen, um Wunschsituationen herbeizuführen.

Unterschiede in der Persönlichkeit – Beispiele gefällig?

  • Schulnoten – Du kennst Kinder, die gute Noten haben wollen und dafür gewissenhaft lernen. Nur deines ist gar nicht daran interessiert.
  • Sport – Du wunderst dich, warum sich manche Kinder nicht gerne bewegen. Wo doch dein Kind Bewegung und Sport so sehr liebt. Es kann gar nicht genug davon bekommen.
  • Experimente – Du erfährst, wie gerne sich das Kind deiner Freundin mit seinem Chemiekasten beschäftigt und sich stundenlange damit befasst. Nur dein Kind kann sich keine fünf Minuten still für sich selbst beschäftigen.
  • Freundinnen & Freunde – Deinem Kind fällt es schwer, im Lockdown allein zu sein. Du machst dir vielleicht sogar schon große Sorgen, weil es seine liebsten Freundinnen und Freunde nicht sehen darf. Andere berichten, dass ihr Kind ganz gut ohne Sozialkontakte zurechtkommt.

All diese Beispiele kannst du natürlich umdrehen – je nach Persönlichkeit läuft einiges ganz anders:

Dein Kind arbeitet für seine Noten und du verstehst nicht, warum das anderen schwerfällt? Dein Kind meidet Sport und Abenteuer, wo immer möglich? Es kann sich stundenlang still beschäftigen und ist auch sehr zufrieden, wenn es tagelang niemanden außerhalb der Familie trifft?

Tja, wir alle sind unterschiedlich. Das hat drei Ursachen: genetische Bedingungen, der Erziehungsstil und natürlich unsere unterschiedlichen Wesensarten. Schauen wir uns das mal näher an.

Was ich in die Zusammenarbeit mit meinen Schulis einbeziehe, ist das Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeiten „The Big Five“. Mit der Berücksichtigung der Persönlichkeit jedes einzelnen Kindes, kann ich damit seine Stärken herausarbeiten und ganz individuell die passenden Unterstützungsmaßnahmen wählen.

Persönlichkeit – das 5-Faktoren-Modell THE BIG FIVE

Bei diesem Modell aus dem Bereich der Persönlichkeitspsychologie geht es um fünf Gebiete, die die Unterschiede unserer Persönlichkeiten aufzeigen. Bereits in der Kindheit sind die verschiedenen Wesensarten erkennbar.

Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass jeder Mensch über eine Kombination aus einzelnen Faktoren des Fünf-Faktoren-Modells verfügt und sich die Merkmale der Persönlichkeit bis weit ins Erwachsenenalter verändern können. Einflüsse auf die Persönlichkeitsstruktur haben einerseits die genetischen Gegebenheiten und andererseits auch das familiäre und soziale Umfeld. Im Verlauf der Kindheit sind diese Merkmale also bereits gut erkennbar, gleichzeitig kann es aber auch noch zu Veränderungen kommen. Bis weit ins Erwachsenenalter können sich diese Merkmale also noch formen und ändern – je nach Erfahrungen und Einflüsse von außen.

Offenheit für Erfahrungen

Frage dich: Ist dein Kind einfallsreich, vielseitig interessiert oder sehr neugierig? Oder ist es eher vorsichtig, zeigt wenig Emotionen und fühlt sich wohl, wenn es auf Bekanntes zurückgreifen kann?

Gewissenhaftigkeit

Frage dich: Ist dein Kind zuverlässig, ausdauernd oder organisiert? Oder erkennst du es hier wieder: Ist es spontan, unbekümmert oder ungenau?

Geselligkeit

Frage dich: Ist dein Kind gesellig, gesprächig oder geht es auf andere Menschen zu? Oder ist es gerne für sich, eher reserviert oder zurückhaltend?

Verträglichkeit

Frage dich: Ist dein Kind hilfsbereit, mitfühlend, warmherzig? Oder ist es eher unkooperativ, streitbar oder egozentrisch?

Neurotizismus

Frage dich: Ist dein Kind eher unruhig, besorgt oder angespannt? Oder ist es unbekümmert, entspannt und sicher, bei dem, was es tut?

Die Persönlichkeit deines Kindes und DU… Gelingt es dir nun, dein Kind mit anderen Augen zu betrachten?

Vielleicht weißt du bereits, welcher Arbeitsplatz, welche Uhrzeit und welche Lernmethode am besten für dein Kind geeignet sind, damit es nicht nur aufmerksam seine Hausaufgaben erledigt, sondern auch versteht, was es machen muss.

Bitte sei dir bewusst: Dein Kind ist gut, so wie es ist! Damit du für dein Kind DIE geeigneten Lernvoraussetzungen schaffst, berücksichtige auch sein Wesen. Aktive Kinder lernen anders als ruhige Kinder, vorsichtige anders als unbekümmerte.


Genug von der Prersönlichkeit? Jetzt habe ich noch einen weiteren Lese-Tipp von meinem Blog für dich:

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Falls du daran interessiert bist, näher in das Fünf-Faktoren-Modell THE BIG FIVE einzutauchen, so empfehle ich dir das Buch „Big Five – sich selbst und andere erkennen“ von Thomas Saum-Aldehoff. Darin erfährst du, wie sich die fünf Grundzüge der Persönlichkeit im Alltag bemerkbar machen und wie sie sich im Laufe des Lebens verändern.

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