Dein Kind hat Legasthenie? Diese 7 konkreten Tipps stärken es!

Legasthenie hin oder her. Jedes Kind braucht seine Zeit, flüssig schreiben und lesen zu können.

Erinnerst du dich an den Beginn deiner Volksschulzeit: Wie lange hat es oft gedauert, Wörter richtig abzuschreiben? Oder wie oft musstest du radieren, da sich immer wieder Fehler in ein und dasselbe Wort eingeschlichen haben? Wie schwierig war es für dich, dir bestimmte Rechtschreibregeln zu behalten? Aber irgendwann war das alles kein Thema mehr für dich. Egal, ob du selbst legasthen bist oder nicht – nach der Schulzeit wurde wohl meistens nicht mehr darauf geachtet, ob und wie viele Fehler du machst.

Doch nun hat dein Kind nach den ersten beiden Volksschulklassen Schwierigkeiten, Wörter richtig zu schreiben, die es eigentlich schon können müsste. Nach einem Gespräch mit der Klassenlehrerin und nach Abklärung mit einer Psychologin* oder Legasthenietrainerin, ist nun klar für dich: Dein Kind hat Legasthenie.

Wie kannst du hier unterstützen?

Informiere dein Kind

Kläre dein Kind auf. Auch für dein Kind ist es wichtig, zu wissen, worum es geht. Es muss wissen, dass es Buchstaben und Wörter anders als andere Kinder erlernt, da es Informationen auf andere Art aufnimmt, verarbeitet, speichert und wiederverwendet.

Mehr Zeit

Schenke deinem Kind mehr Zeit für seine Aufgaben! Denn um Wörter richtig schreiben zu können, braucht es auf jeden Fall etwas mehr Zeit. Plane mindestens 50% mehr Hausaufgaben- und Lernzeit für Deutsch und andere schriftbezogene Fächer ein.

Mit Leichtigkeit & ohne Druck

Ihr wisst nun also was Sache ist und plant nun mehr Zeit für die Hausaufgaben ein. Dein Kind arbeitet langsam, stockend oder zögerlich. Das kann sich nun Schritt für Schritt verbessern, wenn du ihm mit Geduld begegnest. Es kann nun mal aufatmen und nach vorne schauen. Baue mit deinem Kind jetzt eine andere Lernstruktur auf. Ihr könnt gemeinsam herausfinden, welche Lernmethoden Sinn machen.

Unterschiedliche Lernmethoden

Dein Kind braucht Unterstützung, um den Lauten die richtigen Buchstaben zuordnen zu können. Das nennt man Buchstaben-Laut-Zuordnung. Das heißt, es muss neu zu lernende Wörter auf andere und meist intensivere Weise erlernen und üben als andere Kinder.

2 Beispiele am Wort „zurück“ :

Bei Kindern ohne Legasthenie funktioniert das meist so: In der Schule wird das Wort gelesen, die Lehrerin erklärt, dass hier ein ck vorkommt. Die Kinder sprechen das Wort und schreiben es gemeinsam mit anderen ck-Wörtern ab, bilden Sätze etc. Zuhause lesen und schreiben sie es ein paar Mal. Zum Schluss schreibt die gesamte Klasse eine Ansage. Die Burschen und Mädchen haben dem Laut k die richtigen Buchstaben, nämlich c + k, zugeordnet. Das Wort zurück wird im Laufe der Zeit im Langzeitgedächtnis der Kinder gespeichert.

Bei einem Kind mit Legasthenie kann das so aussehen: Das Kind liest das Wort zurück, kann aber ck nicht wahrnehmen. Es hört zwar eventuell, dass der Laut k intensiver und das ü davor verkürzt gesprochen wird. Wenn es das Wort jedoch schreiben muss, so hört, spürt und sieht es das nicht mehr vor sich. Es kann ck nicht wahrnehmen – sprich, es kann ck nicht immer aus dem Gedächtnis hervorholen! Daher muss es zurück auf verschiedene Arten erarbeiten und bearbeiten. Etwa mit der Silbenmethode, mit klatschen und stampfen, mit einer bestimmten Bewegung. Das Wort kann auf verschiedene Art und Weise geschrieben und geformt werden (z.B. auf einer Tafel, mit Wassermalfarben, mit Filzstiften, mit Knete, etc.). Dabei wird darauf geachtet, dass es das Wort auch auf andere Weise wahrnehmen kann als über das Schreiben und Lesen

Du siehst: Kinder mit einer Legasthenie befassen sich mit Geschriebenem und Gelesenem am besten auf dreierlei Art und Weise: mit Hören, Sehen und Spüren.

Betroffene Teilleistungen schulen

Du ahnst es vielleicht bereits: Es geht beim Erfassen von neuen Wörtern und beim richtigen Schreiben darum, dass alle Teilleistungen (auch Sinneswahrnehmungen oder Wahrnehmungsgebiete genannt) koordiniert miteinander wirken. D.h., dass die akustische, visuelle und kinästhetische Wahrnehmung zusammenarbeiten, damit am Ende das Wort richtig geschrieben oder gelesen werden kann. Bei Menschen mit Legasthenie können ein Teilgebiet oder mehrere Gebiete betroffen sein. Beim Lernen und Üben muss das berücksichtigt werden. Die einzelnen Gebiete können durch entsprechende Wahrnehmungsübungen geschult werden.

Unterstützung annehmen

Für Kinder mit einer Legasthenie macht es Sinn, längerfristige Unterstützung von einer Expertin zu bekommen. Dort lernt es Strategien und bekommt hilfreiche Tipps und Tricks rund ums Schreiben und Lesen.

Fazit

Bitte sei dir bewusst, dass du dein Kind sehr gut unterstützen kannstDas Wichtigste sind hier Geduld und Zeit! Wenn es Lernwörter übt, kann es sein, dass es sie bei der nächsten Ansage hervorragend scheiben kann. Später, beim Schreiben einer Geschichte oder bei selbst kreierten Sätzen, sind sie dann wieder falsch geschrieben. Nehmt euch diese Fehlerwörter immer wieder her und spielt mit ihnen, sodass dein Kind sie immer wieder aufs Neue über Hören, Sehen und über sein Körpergefühl wahrnehmen darf!

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